Zusammenfassung: Infektionen sind zwar nicht im Revised Geneva- oder Wells-Score vertreten, doch sie erhöhen das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) ähnlich wie bekannte Risikofaktoren (Immobilisation, grössere Operationen, aktive Neoplasien). Dieses erhöhte VTE-Risiko kann nach Infektion sechs bis zwölf Monate persistieren, zudem gilt: Je schwerer die Infektion, desto höher scheint das VTE-Risiko. Infektionen können neben VTEs auch arterielle Thromboembolien begünstigen. So sind 20% der Pneumonien von einem akuten kardiovaskulären Ereignis begleitet (akutes Koronarsyndrom, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern). Auch bei Infekt-assoziiertem Vorhofflimmern orientiert man sich für die Indikation der Antikoagulation am besten am CHA2DS2-VASc-Score.