Zusammenfassung. Die Therapie von Rückenschmerzen, speziell die medikamentöse Schmerztherapie mit Opioiden, führt bei der behandelnden Ärztin/beim behandelnden Arzt oft zum Dilemma. Spezifische Rückenschmerzen werden durch gezielte Bildgebung diagnostiziert und operativ oder medikamentös erfolgreich therapiert. Im Gegensatz dazu können bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen unbegründete Bildgebung, zweifelhafte Operationsindikationen und unkontrollierte Medikamentengabe die Schmerzen verstärken. Hier ist die Aufrechterhaltung der Aktivität und die Bewegungstherapie zentral für die Therapie. Beim Einsatz von Opioiden verhält es sich ähnlich. Opioide sind potente Medikamente zur kurzfristigen Schmerztherapie. Langzeitanwendung kann die Schmerzen verstärken und Störungen im Hormonhaushalt mit Einschränkungen der Lebensqualität und Libido bewirken. Ausserdem haben Opioide ein Gewöhnungs- und Suchtpotenzial. Eine Opioidtherapie, wenn überhaupt, sollte nur nach frustraner Nicht-Opioid-Therapie, zeitlich begrenzt (möglichst kürzer als vier Wochen) und nach klaren Richtlinien erfolgen.