Zusammenfassung. Narkolepsie ist eine lebenslange Schlaf-Wach-Störung, charakterisiert durch exzessive Tagesschläfrigkeit und Episoden mit plötzlichem Muskeltonusverlust bei starken Emotionen (Kataplexie). Weitere Symptome sind Schlafparalyse, Halluzinationen und fragmentierter Nachtschlaf. Die Diagnose der Narkolepsie wird primär klinisch gestellt und durch zwei biologische Marker unterstützt: erstens durch Dokumentation von verfrühtem REM-Schlaf in der Schlaflaboruntersuchung, und zweitens durch Verlust des hypothalamischen Peptids Hypocretin in der Liquoruntersuchung. Ferner besteht eine genetische Prädisposition bei Positivität für das HLA DQB1*0602-Allel. Die Symptome der Narkolepsie können mit anderen psychiatrischen, neurologischen oder Schlaf-Wach-Störungen verwechselt werden. Die richtige Diagnosestellung ist entscheidend für die Einleitung einer wirksamen Therapie; gleichzeitig kann bei Patienten ohne Narkolepsie eine unnötige Behandlung mit psychoaktiven Substanzen, manche davon mit einem hohen Missbrauchsrisiko, vermieden werden.