Zusammenfassung. Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) sind in der Bevölkerung weit verbreitet, sie sind mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und einer übermässigen Tagesschläfrigkeit verbunden, die wiederum das Risiko von Autounfällen erhöht. Die Diagnose erfordert Atemaufnahmen während des Schlafs, die oft schwierig durchzuführen sind. Daher werden Screening-Verfahren benötigt, um die Prätest-Wahrscheinlichkeit von SBAS abzuschätzen und über den geeigneten Diagnosetest entscheiden zu können. Derzeit sind die beiden Fragebögen, die am häufigsten als Screening-Tools für SBAS in der Primärversorgung verwendet werden, der Berliner Fragebogen und der STOP-Bang-Fragebogen; ihr Vorhersagewert in der Allgemeinbevölkerung wurde jedoch nicht validiert. Der NoSAS-Score ist ein neues Screening-Tool, das auf Grundlage der Ergebnisse der HypnoLaus-Studie entwickelt wurde, einer grossen bevölkerungsbezogenen Kohorte mit 2121 Teilnehmern, die sich zu Hause einer vollständigen Polysomnografie (PSG) unterzogen haben. Die Punktzahl ist die gewichtete Summe der Punkte, die fünf Parametern zugeordnet werden: Halsumfang, Adipositas gemessen am Body-Mass-Index, Schnarchen, Alter und Geschlecht. Es reicht von 0 bis 17, wobei ≥8 als positiv für ein hohes Risiko einer klinisch signifikanten SBAS angesehen wird. Der NoSAS-Score schnitt bei der Vorhersage von SBAS besser ab als der Berliner und der STOP-Bang-Fragebogen, wie anhand von Polysomnografie ermittelt wurde – sowohl in der HypnoLaus-Studie als auch in einer unabhängigen populationsbasierten Kohorte (EPISONO). Eine der Stärken des NoSAS-Scores ist die nahezu ausschliessliche Verwendung von objektiven Variablen, die aus Patientenakten leicht zugänglich sind, wobei Schnarchen der einzige subjektive Parameter ist. Zusammenfassend ist der NoSAS-Score ein zuverlässiges und einfach zu verwendendes Screening-Tool für SBAS in der Allgemeinbevölkerung. Eine weitere Validierung in verschiedenen klinischen Populationen ist notwendig, um den Wert in der klinischen Praxis zu bestätigen.