Zusammenfassung. In der Grundversorgerpraxis ist die überaktive Blase (OAB) bei der älteren, polymorbiden Patientin ein immer häufiger auftretendes Krankheitsbild. Die OAB wird definiert als imperativer Harndrang mit oder ohne Inkontinenz sowie Pollakisurie und Nykturie ohne Harnwegsinfektion oder andere Pathologie. Die Symptomatik schränkt die Betroffenen im Alltag deutlich ein. Das Behandlungskonzept basiert auf einer Stufentherapie. Neben Verhaltensschulung und Beckenbodentherapie gibt es auch die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Diese ist jedoch wegen häufiger Nebenwirkungen und Wechselwirkungen nicht für alle Patientinnen geeignet. In Kombination mit medikamentöser Therapie oder bei Kontraindikation oder Versagen derselben gibt es die Möglichkeit der perkutanen posterioren tibialen Nervenstimulation (PTNS). Diese Therapieform kann ambulant angewendet werden, ist minimalinvasiv, nebenwirkungsarm und häufig erfolgreich.