Zusammenfassung. Hinter der schmerzlosen Makrohämaturie oder einer asymptomatischen Mikrohämaturie können sich urologische Erkrankungen und insbesondere Malignome verbergen. Diese sollen rechtzeitig im Frühstadium erfasst und angegangen werden. Der im Praxisalltag eingesetzte Harnstreifentest muss bei positivem Nachweis auf Hämaturie durch die mikroskopische Untersuchung des Sediments bestätigt (mind. drei Erythrozyten pro HPF [Hauptgesichtsfeld]) oder verworfen werden. Beim Nachweis von dysmorphen Erythrozyten und/oder Akanthozyten sollte eine nephrologische Abklärung erfolgen. Sind benigne Ursachen der AMH (asymptomatische Mikrohämaturie) ausgeschlossen, sollen die gründliche Diagnostik mittels Zystoskopie (ab Alter 35 Jahre) und Bildgebung der oberen und ableitenden Harnwege (idealerweise mittels Multiphasen-Computertomografie) sowie gegebenenfalls eine nephrologische Abklärung eingeleitet werden. Bei unauffälliger Diagnostik kann die Patientin nach zwei negativen jährlichen Urinanalysen aus der Nachsorge entlassen werden.