Unzureichende Sprachkenntnisse und Kommunikationsschwierigkeiten stellen eine grosse Herausforderung für Migranten in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens dar und können nicht nur zu Verzögerungen in der Behandlung und zu schlechteren Therapieergebnissen, sondern auch zu Schwierigkeiten im Rahmen der Klärung von Anspruchsvoraussetzungen für Versicherungs- und Sozialleistungen führen. Dabei sind besonders im Rahmen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im IV-Verfahren Kliniker aller Fachgebiete, besonders aber Psychiater, darauf angewiesen, ein möglichst differenziertes Verständnis der anamnestischen Angaben zu entwickeln, um das Funktionsniveau eines Exploranden einschätzen zu können. Im klinischen Kontext kommen deshalb verschiedene Formen von Sprachmittlung zum Einsatz. Der vorliegende Mini-Review soll die rechtlichen, formellen und klinisch-praktischen Aspekte des Einsatzes von Dolmetschern im Rahmen der medizinischen Abklärungen von Arbeitsunfähigkeiten bei Exploranden mit unzureichenden Sprachkenntnissen beleuchten.