Ob sich junge Nachwuchsmediziner für eine Laufbahn als Hausarzt entscheiden, hängt massgeblich vom Weiterbildungsangebot ab. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die Weiterbildung zum Hausarzt in der Schweiz und in Europa hinsichtlich ihres Umfangs, Lerninhalts und Settings zu vergleichen. Wie sich zeigt, unterscheiden sich die einzelnen Weiterbildungsprogramme selbst bei formal gleicher Dauer sehr stark, insbesondere im Hinblick auf ihren Strukturierungsgrad und die Finanzierung. Auffällig ist, dass der Strukturierungsgrad und hausärztliche Fokus der Weiterbildung in Ländern mit hausarztzentrierten Gesundheitssystemen stärker ausgeprägt ist als in Ländern mit uneingeschränktem Zugang zu Spezialärzten. Der Blick nach Europa zeigt, dass die Weiterbildung von Hausärzten in der Schweiz vergleichsweise undifferenziert ist und noch viel Spielraum für die Vorgabe von Lernzielen und die Implementierung hausarztspezifischer Weiterbildungsabschnitte besteht. Vor allem der Stellenwert der Praxisrotation gemessen an ihrer Dauer und Finanzierung fällt in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gering aus.