Sexualprobleme werden oft schwer modifizierbaren seelischen oder körperlichen Defiziten oder einem schlechten Liebhaber attribuiert. Im Gegensatz dazu lässt sich die neurophysiologische Interaktion zwischen Körper und Hirn als grundlegend für das genitale und emotionale Erleben der Sexualität verstehen. Neuropsychologische Erkenntnisse und klinische Beobachtungen zeigen, dass eine hohe Muskelspannung, flache Atmung und eingeschränkte Beweglichkeit, wie sie viele Menschen während der sexuellen Erregung gewohnheitsmässig einsetzen, die Wahrnehmung der sexuellen Erregung und das sexuelle Lusterleben begrenzen. Dagegen können in einem bewegten Körper mit tiefer Atmung Erregung und Orgasmus lustvoller erlebt werden. Der Einsatz von Selbstwahrnehmungsübungen und körperlichen Lernschritten ermöglicht der Patientin, ihre Sexualität so weit zu integrieren, dass sie gegen psychische, medizinische und partnerschaftliche Störfaktoren resistenter wird.