Zusammenfassung. Die arterielle Hypertonie ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für das Erleiden eines Schlaganfalls. Bis zu 50% aller Schlaganfälle weltweit könnten auf einer unzureichenden Blutdruckeinstellung beruhen, wobei das Risiko ab Blutdruckwerten über 115/75 mmHg sowohl im systolischen als auch im diastolischen Bereich kontinuierlich zunimmt. Patienten mit pathologischem zirkadianem Blutdruckverlauf scheinen ebenfalls ein erhöhtes Schlaganfallrisiko zu haben. Der Nutzen einer antihypertensiven Therapie sowohl zur Primär- als auch Sekundärprävention des Hirninfarktes ist unbestritten. Allgemein sind Zielwerte unter 140/90 mmHg anzustreben. Die Blutdrucksenkung an sich scheint hierbei wichtiger zu sein als die Klassenzugehörigkeit der verwendeten Antihypertensiva. Im Akutstadium des ischämischen Schlaganfalls sollte der Blutdruck – ausser in Sonderfällen wie geplanter Lysetherapie – nur bei Werten über 220/120 mmHg vorsichtig gesenkt werden.