Ein 55-jähriger, männlicher Patient wurde mit starker Übelkeit, Erbrechen und Ikterus hospitalisiert. Laborchemisch zeigte sich ein hepatozellulärer Leberschaden. Nach umfangreichen Abklärungen wurde die Ausschlussdiagnose einer medikamentös-toxischen Hepatitis gestellt. Eine enge zeitliche Korrelation fand sich insbesondere für die Einnahme eines komplementärmedizinischen Präparates aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) namens Hong Hua 29. Dies wurde zwölf Tage vor dem Auftreten der Symptomatik neu begonnen. Vorbestehend stand der Patient unter einer Therapie mit Gabapentin (Neurontin®), Esomeprazol (Nexium®) und Prednison (Prednison Streuli®) im Rahmen einer akuten sensomotorischen Polyneuropathie unklarer Ätiologie. Nach Absetzen des Hong Hua 29, Gabapentin und Esomeprazol kam es zu einer Regredienz der Transaminasen. Bis zur vollständigen Normalisierung des Bilirubins dauerte es drei Monate. Entsprechend den Imputabilitätskriterien der Swissmedic ist ein kausaler Zusammenhang zwischen der Symptomatik und der Hong Hua 29 Einnahme möglich.