Stürze im Alter sind häufig und gehen mit erhöhter Mortalität und Morbidität einher. Neuere Konzepte stellen die Erfassung und Bekämpfung der intrinsischen Risikofaktoren in den Vordergrund. Muskelschwäche, Gangstörungen und Gleichgewichtsstörungen stellen die wichtigsten Risikofaktoren dar. Die Muskelschwäche (Sarkopenie) resultiert aus einer Dysbalance zwischen Proteinsynthese und -abbau und ist wahrscheinlich durch altersphysiologische Veränderungen im Proteinmetabolismus bedingt. Supplementäre Proteinanreicherung in Kombination mit Krafttraining zeigt die besten Effekte. Gang-und Gleichgewichtsprobleme resultieren aus altersbedingten respektive pathologischen Veränderungen in einem komplexen Kontrollsystem des Gangs. Das individuelle Sturzrisiko korreliert mit der Gangvariabilität und steigt zusätzlich in Dualtask-Situation (verminderter Automatisierungsgrad). Konzentrationsbeanspruchende körperliche Aktivitäten, die hohe Anforderungen an Körperbewusstsein und Körperkontrolle stellen, zeigen sich besonders effektiv in der Sturzreduktion (–50%).