Hintergrund: Die stereotaktische Vakuum-assistierte Brustbiopsie (Mammotome®) ermöglicht die minimal-invasive histopathologische Abklärung von verdächtigen Veränderungen zur Brustkrebs-Frühdiagnostik und hat bei der Abklärung von suspekten Mikroverkalkungen die chirurgische Probeexzision weitgehend ersetzt. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, die Ergebnisse dieser Biopsien im Hinblick auf technischen Erfolg und Komplikationsrate zu evaluieren und die initiale BI-RADS-Klassifikation der Mammographiebefunde mit der Histopathologie zu korrelieren. Methode: Es wurden 135 Vakuum-assistierte Brustbiopsien bei 124 Patientinnen ausgewertet. Vor der Biopsie wurden die Läsionen mit dem «Breast Imaging Reporting and Data System» (BI-RADS) klassifiziert. Alle Mammographien wurden anschliessend unter Berücksichtigung des histopathologischen Befundes erneut beurteilt. Die benignen Diagnosen wurden verlaufskontrolliert, bei in situ und invasiven Karzinomen wurde eine Exzision empfohlen.Resultate: Es traten keine ernsthaften Komplikationen durch die Biopsie auf. Die Histopathologie ergab 105 (78%) gutartige Läsionen, welche in 49 Fällen (36%) als BI-RADS 3 und in 56 (41%) als BI-RADS 4 eingestuft wurden. 30 Läsionen (22%) waren maligne. Diese wurden 26-mal (87%) als verdächtig, d.h. als BI-RADS 4 respektive 5 eingestuft. Die Häufigkeit von malignen Befunden war in den BI-RADS-4- und -5-Gruppen 19 von 75 (25%) respektive 7 von 7 (100%). Von den 53 als BI-RADS 3 klassifizierten Läsionen waren 4 (8%) maligne. Folgerung: Die Mammotome-Biopsie ist eine sichere, gut tolerierte Technik um mammographisch suspekte Läsionen aufzuarbeiten. Die Häufigkeit maligner Befunde in der BI-RADS 3 Gruppe war höher als erwartet. Dies zeigt die Schwierigkeit der mammographischen Differenzierung gruppierter Mikroverkalkungen.