Zielsetzung: Ziel dieser Untersuchung war es bei ambulanten Krebspatienten und deren Ehepartnern die Zufriedenheit mit der medizinischen und psychosozialen Betreuung sowie das Ausmass von bisher nicht berücksichtigten Unterstützungsbedürfnissen im bestehenden Versorgungssystem zu erfassen. Methode: Ambulant behandelte Patienten im Kanton Zürich mit unterschiedlichen Krebsarten und in verschiedenen Stadien der Erkrankung sowie ihre Ehepartner wurden schriftlich befragt. Insgesamt konnten 224 Ehepaare in die Untersuchung einbezogen werden. Resultate: Die Bedürfnisse der Patienten wurden in allen untersuchten Bereichen signifikant besser abgedeckt als die der Ehepartner. Eine hohe Zufriedenheit gab es in den Bereichen Verständnis und Vertrauen durch Ärzte und Pflegende und Informationen über die Erkrankung. Eine tiefere Zufriedenheit zeigte sich in den Bereichen Informationen über Behandlungsangebote und über die Frage, was der Betroffene selbst für sein seelisches Wohl tun könnte. Ehepartner und Ärzte stellten für die Patienten die bei weitem wichtigsten Hilfspersonen dar, während dies bei den Ehepartnern Freunde und Familienangehörige waren. Andere Personen oder Hilfsangebote spielten eine nur untergeordnete Rolle. Eine erhebliche Anzahl von Patienten und Ehepartnern berichteten in wichtigen Bereichen über einen nicht gedeckten Bedarf an Unterstützung oder Beratung. Schlussfolgerung: Die Wünsche und Bedürfnisse der Ehepartner werden in den bestehenden ambulanten onkologischen Versorgungsstrukturen signifikant weniger abgedeckt als die der Patienten. Da Ehepartner eine sehr grosse psychosoziale Belastung infolge der Erkrankung des Partners und durch ihre neuen Aufgaben zu tragen haben, sollten die Bedürfnisse der Angehörigen in der klinischen Arbeit stärker berücksichtigt werden. Zudem sollten diejenigen Betroffenen mit dem höchsten Unterstützungsbedarf gezielt erfasst werden und die bestehenden Hilfsangebote besser kommuniziert werden.