Eine beidseitige, relevante Hörstörung zählt zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen mit einer Prävalenz von 1:1000. In den ersten Lebensjahren verdoppelt sich diese Anzahl von schwerhörigen Kindern in etwa. Säuglinge mit einer isolierten Schwerhörigkeit verhalten sich in der Regel unauffällig. Deshalb wird eine Schwerhörigkeit ohne Früherfassung oft Jahre später wegen mangelnder Sprach- und Persönlichkeitsentwicklung entdeckt. Damit geht wertvolle Zeit für die Behandlung verloren. Das allgemeine Neugeborenenhörscreening ist die effektivste Methode zur Früherfassung solch einer Hörstörung. Es basiert auf neuen, objektiven Testverfahren, die den Anforderungen des Screenings bei Kindern angepasst werden mussten. Brauchbare Tests sind die Messungen der otoakustischen Emissionen und der auditorisch evozierten Hirnstammpotenziale. Dieser Artikel gibt einen Überblick über diese neuen Screeningtests im Allgemeinen und über die spezielle Situation in der Schweiz.